Im Europaparlament wurde in dieser Woche über den Atomwaffensperrvertrag diskutiert. Noch immer befinden sich viel zu viele Atomwaffen auf der Erde, mit Frankreich stellt auch ein EU-Mitglied ein eigenes Atomarsenal, und noch immer sind nicht alle EU-Mitgliedstaaten Unterzeichner des UN-Atomwaffenverbotsvertrags. Darauf wies die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel in ihrer Rede hin und verlangte stärkere Bemühungen für eine atomwaffenfreie Welt: „Auf deutschem Boden trainieren derzeit belgische, niederländische, italienische und deutsche Piloten den Abwurf von Atombomben. In Zeiten, in denen Friedensforscher vor der erhöhten Gefahr eines Atomkriegs warnen, ist die EU gefragt, endlich ein Akteur für weltweite nukleare Abrüstung zu werden.“ | weiterlesen
45 Prozent für LINKEN OB-Kandidaten in Konstanz
Luigi Pantisano hat mit 45,1 Prozent ein sensationelles Wahlergebnis bei der Oberbürgermeisterwahl in Konstanz erzielt. Er hat den Einzug als Oberbürgermeister in das Konstanzer Rathaus nur knapp verpasst. Kein OB-Kandidat mit linkem Parteibuch hat in einer westdeutschen Stadt jemals ein so gutes Ergebnis erzielt. Der bisherige Amtsinhaber Ulrich Burchardt bleibt zwar als CDU-Oberbürgermeister im Amt, doch sein Ergebnis mit 49,7 Prozent zeigt, dass die Mehrheit der Konstanzerinnen und Konstanzer einen Politikwechsel wollen. Luigi Pantisano hat mit einer beispiellosen Bündnispolitik Menschen für einen echten, sozial-ökologischen Politikwechsel mobilisiert. Dieser Wahlkampf wird Vorbildcharakter haben. Mehr dazu auf LINKS BEWEGT. | weiterlesen
Schule fitmachen für den Corona-Winter
Die Corona-Krise hat die Defizite in Sachen Digitalisierung an den deutschen Schulen offensichtlich gemacht. Doch auch zwei Monate nach dem Schulgipfel bummelt Bildungsministerin Karliczek der Pandemie-Entwicklung immer noch hinterher. Dabei wäre jetzt ein kräftiger Digitalisierungsschub notwendig, um die Schulen fit für den Corona-Winter zu machen. Gerade Kinder aus ärmeren Haushalten drohen sonst ins Hintertreffen zu geraten. Jede Schülerin und jeder Schüler müsse Zugang zu einem Laptop oder einem Tablet haben, so Katja Kipping in der jüngsten Pressekonferenz (Video auf YouTube).
Im Vorfeld des Corona-Gipfels der Ministerpräsidentinnen und -präsidenten forderte Kipping zielgerichtete Maßnahmen zur Eingrenzung der Pandemie angesichts steigender Fallzahlen: „Wir erwarten, dass jetzt alles unternommen wird von Seiten der Bundesregierung in Absprache mit den Landesregierungen, um soziales Leben zu ermöglichen bei höchstmöglichem Infektionsschutz“, erklärte sie gegenüber dem ARD-Morgenmagazin.
gegen jeden Antisemitismus
Vor einem Jahr wollte ein Rechtsterrorist an dem höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur einen Massenmord an Jüdinnen und Juden in der Synagoge in Halle begehen. Nur die Tür der Synagoge hielt den Täter auf, der stattdessen eine Passantin und einen Imbissgast ermordete. Diese schreckliche Tat mahnt uns, alles zu tun, um Antisemitismus und rechten Terror zu stoppen.
Diese und viele andere Taten von den Morden des NSU bis Hanau zeigen ein Versagen des so genannten Verfassungsschutzes und der Sicherheitsbehörden. Der Aufbau und die Professionalisierung rechte Terrorstrukturen wurden verschlafen oder gar gefördert. Rechtsterroristen werden nach ihren Taten umgehend als – häufig gar unpolitische oder irre – Einzeltäter verharmlost. Die Täter mögen zwar bei der Tat alleine oder in kleinen Gruppen handeln, wirklich alleine sind sie aber nicht. Denn die „einsamen Wölfe“ bilden braune Rudel, die gemeinsame Kommunikationsstrukturen, Überzeugungen und Ziele teilen und sich gegenseitig zu solchen Taten motivieren. Auch wenn keine Mitgliedsausweise ausgestellt und keine Mitgliedsbeiträge erhoben werden. Die Sicherheitsbehörden scheinen bis heute wenig daraus gelernt zu haben. Sie müssen endlich entschlossen gegen den rechten Terror, seine Unterstützer und sein Umfeld vorgehen.
Systemwechsel im Krankenhaus: Gemeinwohl vor Profit
Heute kommen die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder in Berlin zusammen, um eine Zwischenbilanz der Corona-Pandemie zu ziehen. An brisanten Themen mangelt es derzeit nicht. So sind vielerorts Beschäftigte des Gesundheitswesens in den Streik getreten, um auf die unhaltbaren Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen und ihren Lohnforderungen in den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen. In vielen deutschen Städten wurden im Vorfeld der Konferenz Kundgebungen und Demonstrationen abgehalten (mehr dazu auf pflegenotstand-stoppen.de). Nachdem bereits gestern in Berlin demonstriert wurde (Fotos auf Flickr), finden auch heute Proteste in unmittelbarer Nähe des Tagungsortes der Gesundheitsminister*innenkonferenz statt. Parteivorsitzender Bernd Riexinger war vor Ort dabei. (Video auf Facebook, Fotos auf Flickr)
Die Corona-Pandemie macht die Defizite in unserem Gesundheitssystem sichtbar. Es braucht einen Systemwechsel in der Krankenhauspolitik, der sich am Gemeinwohl orientiert und den ökonomischen Druck von den Krankenhäusern nimmt – weg vom System der Fallkostenpauschalen, hin zu einer kostendeckenden Finanzierung der Krankenhäuser. Wir fordern flächendecke Versorgung statt Profite mit der Pflege, und gute Arbeit für die Beschäftigten statt Effizienzdrill, Überbelastung und Unterbezahlung! Unterstützt jetzt unseren Aufruf!
Systemwandel statt Klimawandel
Gemeinsam mit den Gewerkschaften und Fridays for Future rufen wir am 25. September zum Globalen Klimastreik auf.
Sie kommen aus ganz unterschiedlichen Richtungen und auch ihre politische Sozialisation erfolgte unter ganz anderen Bedingungen, wie beide Gesprächspartner einräumten. Trotzdem verlief die Diskussionen zwischen der Fridays-for-Future-Aktivistin Luisa Neubauer und dem LINKEN-Vorsitzenden Bernd Riexinger in entspannter Atmosphäre. Anlass für das Treffen in der Berliner taz-Kantine war die Veröffentlichung des neuen Buchs von Bernd Riexinger. Unter dem Titel „System Change – Plädoyer für einen linken Green New Deal“macht Riexinger Vorschläge, wie ein ökologischer Systemwechsel aussehen könnte. Der “Kerngedanke“ eines linken Green New Deal, so Riexinger, sei einfach erklärt: „Keine Arbeiterin und kein Arbeiter darf gezwungen werden, sich zwischen einem guten Arbeitsplatz und der Zukunft ihrer oder seiner Kinder entscheiden zu müssen. Wir können das Klima nur retten, indem wir in sinnvolle Arbeit und soziale Sicherheit für alle investieren und dabei den klimaneutralen Umbau der Wirtschaft und Infrastruktur voranbringen“. Das sei eine „Mammutaufgabe“, räumt der Parteivorsitzende ein.
Die Konzerne mit ins Boot holen?
Riexinger hatte Neubauer zur Buchpräsentation eingeladen. „Wir fühlen uns dieser Bewegung sehr verbunden“, begründete er seine Entscheidung. Auch wenn das Gespräch am Montagabend weitgehend harmonisch verlief, so zeigten sich doch Differenzen. Insbesondere in der Frage, ob man den Systemwechsel mit den Konzernen oder gegen die Konzerne durchsetzen kann. Grünen-Mitglied Neubauer stellte klar: „Die Einladung an Konzerne sollte stehen“. Damit liegt sie auf Parteilinie. Schließlich wollen auch die Grünen die Konzerne mit ins Boot holen, wenn es um den Klimaschutz geht.
Bernd Riexinger hingegen macht sich da keine Illusionen. Der Kapitalismus habe die ökologischen Kosten externalisiert und die sozialen Kosten auf die Gesellschaft abgewälzt. Je geringer die Kosten, desto höher die Profite. Diesen Mechanismus müsse man durchbrechen, so der langjährige Gewerkschaftssekretär. Man könne die großen Konzerne nicht einfach einladen, „enteignen, also vergesellschaften, vor allem die Energiekonzerne“, so Riexinger. Da müsse es klare politische Vorgaben geben, um die Macht der Konzerne zu brechen, „weil die nicht freiwillig auf ihre Profite verzichten“. Riexinger plädierte, ebenso wie in seinem Buch, für ein System, „in dem die Wirtschaft demokratisch organisiert ist“.
Angst vor Systemalternativen?
Luisa Neubauer lenkte die Blick auf das Patriarchat. So drehten sich die Diskussionen „vor allem um männliche Beschäftigung, das ist die Autoindustrie und die Kohle“. Ist der Kampf gegen den Klimawandel also auch ein Kampf gegen das Patriarchat? Neubauer warf der deutschen Politik zudem vor, der Realität Jahrzehnte hinterherzuhinken. Doch wie zwingt man die Politik zum Handeln? „Die Kosten des politischen Nichthandelns erhöhen“, so Neubauers Antwort. Gleichzeitig warnte sie vor „demokratischer Deprivation“, weil junge Leute den Glauben an die Politik verloren hätten.
Riexinger entgegnete: Dann müsse man eben dafür sorgen, „dass es andere Mehrheitsverhältnisse auf Bundesebene gibt“. Bei Umfragen unter Wähler*innen werde der Klimaschutz oft als größtes Problem benannt. Doch warum wählten diese Menschen Parteien, die den Klimaschutz vernachlässigen? „Das hat viel mit Wirtschaft und der Organisierung der Gesellschaft zu tun“, so Riexinger. Neubauer hatte zuvor schon betont: „Die Leute denken nicht in Systemalternativen“. Es sei auch völlig falsch, der Verkäuferin zu sagen, sie müsse jetzt verzichten, unterstrich der LINKEN-Vorsitzende: „Ich glaube nicht, dass wir eine Zukunft gewinnen können, wenn wir sagen: Euch wird es schlechter gehen.“ Die Menschen müssten sehen, dass sie eine Zukunft gewinnen können, in der es größere soziale Sicherheit gebe. „Der Menschen ist ein soziales Wesen“, resümierte Riexinger. Und zu lernen, dass man dieses soziale Zusammenleben gestalten könne, wäre die Aufgabe der LINKEN.
Die Diskusion in voller Länge auf Youtube: https://www.youtube.com/watch?v=-xQA88RBvMI&feature=youtu.be
Globaler Klimastreik: Wieviel „system change“ brauchen wir?
Die Bundesregierung hat zur Bekämpfung der Pandemiefolgen Milliarden an Wirtschaftshilfen locker gemacht. Doch anstatt das Geld gezielt in die sozial-ökologische Transformation zu stecken, werden wieder die falschen Hebel angesetzt. Was müsste wirklich für den anstehenden Umbau in eine sozial und klimagerechte Gesellschaft getan werden, damit sich Menschen nicht zwischen ihrem Arbeitsplatz und einer Zukunft für ihre Kinder entscheiden müssen? Wie geht es mit den Klimastreiks weiter und wie gelingt das Bündnis zwischen Klimabewegung und Gewerkschaften? Was sind die Aufgaben der Bewegungen und der Partei DIE LINKE? Darüber diskutieren Clara Mayer (FridaysForFuture), Bernd Riexinger (Parteivorsitzender DIE LINKE) und Lorenz Gösta Beutin (Klima- und Energiepolitischer Sprecher DIE LINKE im Bundestag) am 24. September ab 19 Uhr live auf Facebook und über Zoom. | weitere Informationen
Demonstration: Die Reichen müssen für die Krise zahlen!
Unter dem Motto „Wer hat, der gibt“ ruft ein Bündnis aus linken Gruppen, Stadtteilinitiativen und Einzelpersonen zu einem bundesweiten Aktionstag am 19.September auf. „Die Reichen müssen für die Krise bezahlen!“ ist die zentrale Forderung des Bündnisses. In dem Aufruf zum Aktionstag heißt es: „Die Corona-Gesundheitskrise ist in vollem Gange, doch der finanzielle und soziale Notstand steht uns erst noch bevor. Durch Rettungsaktionen vor allem für die Wirtschaft, höhere Arbeitslosigkeit und Steuerausfälle muss der Staat viel mehr finanzieren, während er gleichzeitig Einnahmen verliert. Forderungen nach einem ausgeglichenen Staatshaushalt werden bald jene nach Corona-Soforthilfen und Konjunkturprogrammen überlagern. Wo kann gespart werden und wo gibt es Geld zu holen? Das werden die umkämpften Fragen der nächsten Zeit sein.“ Aktionen und Demonstrationen finden in Berlin, Hamburg, Hannover, Kaiserslautern und Leipzig statt.
Fridays for Future: Globaler Klimastreik am 25. September
Fridays for Future ruft in hunderten deutschen und internationalen Städten zum großen Klimaaktionstag am 25. September auf. Wenn die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann, dass entschlossenes Regierungshandeln zur Bewältigung einer Krise möglich ist! Die Politik kann handeln, wenn es darauf ankommt. Jetzt fordern Fridays for Future und auch wir: Tut das auch bei der Klimakatastrophe!
Darum: Tragt den Termin jetzt in eure Kalender ein, teilt ihn mit euren Freundinnen und Freunden, geht zum Streik in Eurer Stadt oder organisiert Euren eigenen.
Kein „Querdenken“ mit Nazis!
Ich möchte an der Stelle noch einmal auf den hervorragenden Artikel von Christine Buchholz / René Paulokat zur Querdenkerbewegung hinweisen:
https://www.links-bewegt.de/de/article/112.solidarit%C3%A4t-statt-querdenken-mit-nazis.html
Moria brennt: Evakuiert jetzt die Flüchtlingslager!
Feuer hat Griechenlands größtes Flüchtlingslager zerstört – das überfüllte Moria-Lager auf der Insel Lesbos. Die Situation im Lager, in dem etwa 13.000 Menschen leben, wurde bereits mehrfach für die sehr schlechten Lebensbedingungen kritisiert. Seit dem ersten bestätigten Covid-19 Fall im Lager am 2. September stieg die Zahl der Infizierten auf mindestens 35 Personen. Die Partei der Europäischen Linken (EL) fordert eine dringende Evakuierung aller Einwohner von Moria. Heinz Bierbaum, Präsident der Europäischen Linken, kommentiert:
„Es ist schrecklich, dass die Situation so stark eskaliert ist. Wir können nicht gleichgültig bleiben! Die EU ist für die Eskalation der Situation mitverantwortlich, sie muss jetzt handeln und Moria evakuieren“, sagt Heinz Bierbaum. Dem Brand im Lager gingen Proteste der Geflüchteten gegen ihre unmenschliche Unterbringung und unzureichende Maßnahmen zum Schutz vor der Pandemie voraus. „Wir können eine Rechtfertigung für eine erzwungene Massenquarantäne nicht passiv hinnehmen. Im überfüllten Flüchtlingslager gibt es ältere Menschen, schwangere Frauen, Kinder und psychisch Kranke die Angst haben und mit dieser Politik weiteren Traumata ausgesetzt sind. Um die Krise zu bewältigen, ist eine angemessene Reaktion der öffentlichen Gesundheitsversorgung erforderlich: Corona-Massentests, eine deutliche Verbesserung der Hygienebedingungen und eine Gewährleistung leichter Zugänge zu Gesundheitsdiensten für alle. Diese Bedingungen kann das Lager in Moria nicht erfüllen. Seit Monaten alarmieren wir über skandalöse Lebensbedingungen in den Lagern auf Lesbos. Besonders in Zeiten der Pandemie müssen wir solidarisch verbunden sein und dürfen niemanden zurück lassen. Wir müssen die Menschen so schnell wie möglich evakuieren“, kommentierte Bierbaum.
Die Europäische Linke fordert die Aufhebung der Dublin-Vorschriften und die Einrichtung legaler und sicherer humanitärer Fluchtwege. Wir brauchen eine europäische Lösung, die alle EU-Mitgliedstaaten miteinschließt. Die Inseln dürfen nicht länger als Aufnahmelager dienen, in denen Flüchtlinge unter schrecklichen Bedingungen auf unbestimmte Zeit untergebracht sind. Die Europäische Linke verurteilt die unmenschliche Politik gegenüber Migrant*innen. Wir schlagen Aufnahmebedingungen für Asylsuchende und Geflüchtete vor, die die Menschenrechte respektieren und das Recht auf Mobilität und Freizügigkeit als Recht für alle berücksichtigen!