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HeldInnen haben mehr verdient

Erzieherinnen und Erzieher, Busfahrerinnen und Busfahrer, Pflegekräfte: Sie alle sind im öffentlichen Dienst beschäftigt. Die Corona-Pandemie ist für sie eine besondere Belastungsprobe. Vielfach riskieren sie ihre Gesundheit, um das öffentliche Leben am Laufen zu halten.

Die aktuellen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst könnten zeigen, dass die Wertschätzung, die diese Berufsgruppen in der Pandemie erfahren haben, mehr war als bloße Rhetorik. Wenn die rund 2,3 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst nun 4,8 Prozent mehr Lohn fordern, dann nicht trotz, sondern wegen Corona. Doch die öffentlichen Arbeitgeber stellen sich quer und fordern eine Nullrunde, angeblich wegen klammer Kassen. Eigentlich absurd: noch im Juni flossen aus diesen Kassen 130 Milliarden Euro an Corona-Hilfen für Unternehmen. 20 Milliarden Euro ließ sich die Bundesregierung die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer kosten. Demgegenüber würden die Mehrkosten im Zusammenhang mit den Lohnforderungen in Höhe von 5,6 Milliarden Euro nur einen Bruchteil ausmachen. Mehr dazu in unserer aktuellen Ausgabe von „Auf den Punkt gebracht„.

DIE LINKE unterstützt die Forderungen der Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Denn die Kosten der Corona-Krise dürfen nicht auf Kosten der Beschäftigten gehen. Gemeinsam wollen wir den daher Druck auf die Arbeitgeber vor der zweiten Tarifrunde am 19./20. September erhöhen. Unterstützt uns dabei!

Antikriegstag: Geschichtsverfälschung und Aufrüstung dürfen keine Zukunft haben

Anlässlich des morgigen Antikriegstags (1. September) – dem 81. Jahrestag des Überfalls Deutschlands auf Polen und Beginn des Zweiten Weltkriegs – mahnt die friedenspolitische Sprecherin der LINKEN im Europäischen Parlament und stellvertretende Vorsitzende des Unterausschusses für Sicherheit und Verteidigung (SEDE), Özlem Alev Demirel: „Der Antikriegstag 2020 ist Erinnerung, Mahnung und Aufforderung zugleich.“

„Wir erinnern daran, dass das faschistische Deutschland nach jahrelanger ungehinderter Aufrüstung Polen überfallen und den Zweiten Weltkrieg herbeigeführt hat. Teil dieser Erinnerung muss sein, sich allen Versuchen der Geschichtsverfälschung entgegen zu stellen. So hat das Europäische Parlament bereits vor einem Jahr eine beschämende Relativierung der deutschen Schuld am Zweiten Weltkrieg vorgenommen und versucht, der Sowjetunion eine Mitverantwortung am Zweiten Weltkrieg zu geben. In diesem Jahr hat die christdemokratische und konservative EVP-Fraktion die ursprünglich von polnischen Nationalist*innen gestrickte Legende von einer sowjetischen Schuld am Zweiten Weltkrieg aufgegriffen und in einer ‚aktuellen Stunde‘ behandeln lassen. Die dreisten Lügen über den Geschichtsverlauf haben dabei vor allem einen Grund: Die wichtige Rolle der Sowjetunion bei der Befreiung Europas vom Faschismus soll verschwiegen werden und so auch die Suche nach Alternativen zum Kapitalismus diskreditiert werden.“

„Wir mahnen und wir warnen davor, weiterhin Rüstungsexporte aus der EU – gerade in Krisengebiete – vorzunehmen und damit undemokratische Regierungen und Regime auch noch militärisch zu stärken. So muss die Bundesregierung auch ihre Waffenexporte an Saudi-Arabien und die Türkei stoppen. Die EU muss sich vielmehr einsetzen für eine wirksame Rüstungskontrolle und internationale Abrüstungsverträge forcieren. Jede Waffe findet ihren Krieg: Waffenexporte führen zu militärischen Bedrohungen und Auseinandersetzungen, wie gerade auch im östlichen Mittelmeer, in Jemen und in Libyen zu beobachten ist.“

„Wir fordern dazu auf, entschieden gegen die Pläne für eine EU-Militärunion vorzugehen und die Rufe nach einem ‚selbstbewussten Europa in der Verteidigungspolitik‘, wie der Hohe Vertreter der Europäischen Union für Außen- und Sicherheitspolitik, Josep Borrell und EU-Industriekommissar Thierry Breton es formulierten, nicht zu erhören. Die geplante Installation eines ‚Europäischen Verteidigungsfonds‘ und steigende Militär- und Rüstungsausgaben im EU-Haushalt sollen offensichtlich dazu dienen, im Kampf um Absatzmärkte und Rohstoffe sowie immer komplexer werdende Handelsbeziehungen nicht nur wirtschaftlich, sondern auch militärisch Druck ausüben zu können. Großmacht-Ambitionen – auch das ist eine Lehre aus der Geschichte – schaffen weder Frieden noch Gerechtigkeit. Notwendig sind vielmehr Anstrengungen für eine gerechte Weltwirtschaftsordnung, die sich auch den realen Bedrohungen unserer Zeit wie Armut und Klimawandel entgegenstellen. Sicherheit und Gerechtigkeit für alle statt Aufrüstung und Säbelrasseln sind notwendig – das ist die Lehre aus dem Zweiten Weltkrieg.“

Hinweis: Anlässlich des Antikriegstags spricht Jörg Schindler am Donnerstag den 3. September ab 18 Uhr mit Leo Hoffmann-Axthelm und Giulia Messmer von ICAN Deutschland über atomare Abrüstung und konsequente Friedenspolitik. Der Livestream wird über Facebook (https://www.facebook.com/linkspartei/) und Zoom (https://us02web.zoom.us/j/84923464324#success) übertragen.

Drohnenkriege stoppen

Drohnenkriege stoppen

Der 1. September steht vor der Tür und damit auch der Weltfriedenstag / Antikriegstag. Das Datum erinnert an den Beginn des Zweiten Weltkrieges mit dem deutschen Überfall auf Polen am 1. September 1939. Nie wieder soll Krieg von deutschem Boden ausgehen, das war und ist die Mahnung und Verpflichtung dieses Tages.

Wir fordern daher den Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, Irak und Mali und ein Ende des US-Drohnenkriegs, der maßgeblich von Deutschland aus geführt wird. Kampffähige Drohnen sind besonders verächtliche Kriegswaffen, die die Schwelle zum Einsatz von tödlicher Gewalt deutlich herabsetzen und den Weg für mehr Einsätze der Bundeswehr im Ausland ebnen. Dem stellen wir Abrüstung und eine konsequente Friedenspolitik entgegen. Setzt mit uns ein Zeichen für den Frieden am 1. September und startet eure eigene Protestaktion!

Sechs Monate nach dem Anschlag in Hanau

Am vergangenen Mittwoch ist es genau sechs Monate her, dass neun Menschen in Hanau aus rassistischen Motiven ermordet wurden. Der rechte Terror fordert seit Jahren Opfer in Deutschland, und seit Jahren wird dagegen zu wenig getan. „Deshalb“, so Janine Wissler in einer Erklärung, „fordern wir gemeinsam mit Angehörigen und Überlebenden des Anschlags: Erinnerung, Unterstützung für die Familien, Aufklärung, Konsequenzen. Wir wollen, dass die Forderung der Angehörigen und Überlebenden von Hanau gehört werden. Wir wollen, dass Hanau keine Station von vielen ist, sondern die Endstation. Wir sagen ein halbes Jahr danach: Es muss sich endlich nicht nur etwas, sondern vieles in diesem Land ändern.“

Gedenkdemonstration in Hanau: #saytheirnames

DIE LINKE ruft alle Mitglieder auf, am 22. August 2020 an der Demonstration gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Hanau und den Aktionen in anderen Städten teilzunehmen. Zu der Demonstration am kommenden Samstag in Hanau werden Busse aus vielen Städten fahren. Ein Mobilisierungsvideo zur Demonstration auf Youtube kann zur Unterstützung breit verteilt werden. Mehr Informationen und den Unterstützungsaufruf der Initiative gibt es auf der Website www.19feb-hanau.org. DIE LINKE. Hessen ruft zur Teilnahme auf und wird vor Ort sein.

Aufruf zum 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Am 6. bzw. 9. August vor 75 Jahren wurden zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Bis heute hat dieser Angriff mehr als 250.000 Menschenleben gefordert. Diese Toten mahnen uns, die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen zu erkennen und für deren Abschaffung einzutreten.

Noch immer existieren über 13.000 Atomwaffen bei den Atommächten, allen voran die USA und Russland, auch bei EU-Staaten (Frankreich, Großbritannien besitzen ein Arsenal von 500 Nuklearsprengköpfen).Noch immer werden Milliarden in die „Modernisierung“ dieser Waffen- und Trägersysteme investiert, auch in Büchel (Rheinland-Pfalz). Die Bundesregierung will dafür neue Flugzeuge als Atomwaffenträger anschaffen, um u.a. die sog. „Nukleare Teilhabe“ (Mitsprache bei Zielplanung und Einsatz von Atomwaffen) Deutschlands für die Zukunft zu garantieren.

Wir fordern daher die Bundesregierung auf:

– Keine Anschaffung neuer atomarer Trägersysteme
– Verschrottung statt Modernisierung von Atomwaffen
– Ausstieg aus der „Atomaren Teilhabe“ und Abzug der US-Atomwaffen
– Unterzeichnung und Ratifizierung des UN-Vertrags über das Verbot von Atomwaffen

Bisher haben 81 Staaten diesen Atomwaffenverbotsantrag unterzeichnet, 38 haben ihn ratifiziert.
Auch viele Städte, darunter Würzburg, haben den Aufruf zum Verbotsantrag unterschrieben.

Unterzeichner:
Florakreis Würzburg, pax christi Diözesanverband Würzburg, Ökopax, Die Linke, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen, Greenpeace, Weltladen, DGB Kreisverband

Links_bewegt

Links bewegt

Egal ob im Alltag oder im Urlaub, im Park oder in der U-Bahn: unser neues Online-Magazin LINKS BEWEGT ist immer mit dabei. Darin stellen wir Menschen vor, die vor Ort für bezahlbare Mieten, gute Löhne und bessere Pflege kämpfen. Wir berichten über aktuelle Themen und Aktionen, und geben Tipps und Argumentationshilfen: Wie bietet man rechten Parolen Paroli? Wie machen wir linke Kommunalpolitik stark? Dazu eine Portion linker Popkultur, mit Buch- und Filmkritiken, Events und einem Online-Quiz.

Wie so viele Veranstaltungen konnte auch der Red Media Day in diesem Jahr pandemiebedingt nicht regulär stattfinden. Weil das Bedürfnis nach Weiterbildung und Vernetzung im Bereich digitaler Kommunikation gerade in Zeiten von Corona besonders stark ist, haben wir uns dazu entschieden, die Konferenz in diesem Jahr virtuell stattfinden zu lassen. Weitere Informationen zu den Workshops gibt es weiter unten.

Wer in den kommenden Wochen gemeinsamen Austausch und Diskussion sucht, findet unten eine Auswahl an Online-Veranstaltungen. Außerdem sind unsere Veranstaltungsreihen „DIE LINKE in Corona-Zeiten„, der Frühlingsakademie 2.0 und der Feministischen Reihe nun auch zum Nachschauen auf unserer Webseite verfügbar. Damit verabschieden wir uns in die Sommerpause. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Ferienzeit. Bleiben Sie gesund!

Konjunkturpaket Juli 2020

Konjunkturpaket Juli 2020

In jeder Krise steckt die Chance, etwas grundlegend zu verändern. Mit ihrem aktuellen Konjunkturprogramm verzichtet die Bundesregierung darauf, sozial- und klimapolitisch neue Wege einzuschlagen. Die Große Koalition will stabilisieren, nicht reformieren – und setzt dabei vollkommen falsche Prioritäten. So pumpt der Staat bis zu 10 Milliarden Euro in neue Rüstungsprojekte, und damit mehr als im Paket für Familien und Bildung vorgesehen ist. Pflegekräfte und kinderlose Leistungsbeziehende gehen hingegen leer aus.

Bernd Riexinger zeigte sich in der Pressekonferenz enttäuscht von den Plänen der Bundesregierung: „Es wurde eine Chance versäumt, einen nötigen sozial-ökologischen Umbau einzuleiten.“ Es sei ein großer Fehler, die Milliardenhilfen für Wirtschaft und Industrie nicht an soziale Bedingungen zu knüpfen. Dabei wäre es wichtig gewesen ein Signal zu senden, für den Umbau der Wirtschaft im Sinne der Arbeitsplatzsicherheit und des Klimaschutzes. | Video auf YouTube

Leserbrief: Politisches Engagement ist lobenswert

Zunächst, Herr Voltz, finde ich es doch befremdlich, wie Sie in Ihrem Leserbrief eine junge, politisch engagierte Frau polemisch attackieren. Zur Klarstellung: Die „Black lives matter“-Veranstaltung in Bad Mergentheim wurde von der linksgrünen Jugend Bad Mergentheim organisiert. In dieser haben sich Jugendliche, die den Grünen bzw. der Partei DIE LINKE nahestehen, zu einer gemeinsamen Jugendorganisation zusammengeschlossen, die eine tolle und unterstützenswerte Veranstaltung in Mergentheim organisiert haben. In einem demokratischen Staat brauchen wir die politische Auseinandersetzung und ich bin sehr froh darüber, dass es neben der sehr mitgliederstarken Jungen Union im Main-Tauber-Kreis auch andere parteipolitische Jugendorganisationen gibt. Kein Verständnis habe ich dafür, wenn der menschengemachte Klimawandel oder die Tatsache, dass es Rassismus auf der Welt in Amerika und auch in Deutschland gibt, bestritten wird. Zutreffend ist Ihre Aussage, dass in der USA mehr Weiße als Schwarze durch Polizeigewalt umkommen, wobei je nach Quelle die Zahlen unterschiedlich sind. Die absoluten Zahlen sind aber auf jeden Fall in keinster Weise aussagekräftig, da in den USA ca. 4,5-mal mehr weiße als schwarze Menschen leben. So liegt prozentual zum Anteil an der Bevölkerung der Anteil der getöteten schwarzen Menschen um einiges höher, als der der weißen Menschen. Vielleicht sollten Sie sich mal mit schwarz- und dunkelhäutigen oder fremdländisch aussehenden Menschen in Deutschland unterhalten, wie oft diese alltäglichen Rassismus erfahren und bei Polizeikontrollen regelmäßig herausgepickt werden. Es ist auch nicht die Bewegung „Black lives matter“, die in den USA für massive Ausschreitungen sorgt, sondern kriminelle Verbrecher, die die Kundgebungen zu Gewalttaten ausnutzen. Es kann nicht angehen, dass wegen dieser Kriminellen man sich nicht für eine richtige und wichtige Sache einsetzt. Rassismus beginnt auch bei der falschen Wortwahl. Ich glaube nicht, dass die Ehefrau des mordenden Polizisten Asiatin ist. Ich gehe davon aus, dass sie amerikanische Staatsbürgerin, egal welcher Herkunft, egal welcher Hautfarbe, ist. Noch ein kleiner Hinweis. Die Kundgebung in Bad Mergentheim war tatsächlich von links unterwandert. Ich konnte hier maskierte Mitglieder des Kreistages aus dem linken Spektrum (meine Wenigkeit, 2 Grüne, 1 SPDler) ausmachen. Ich gehe davon aus, dass sich diese 4 Kreisräte weiterhin im Kreistag dafür einsetzen werden, dass mehr Züge in Boxberg und seinen Ortsteilen halten, damit niemand auf fahrende Züge aufspringen muss. In Bad Mergentheim halten meines Wissens alle Züge, so dass Frau Huck dies schon heute nicht nötig hat.

Rolf Grüning
Kreisvorsitzender DIE LINKE

unteilbar 14.06.2020

#unteilbar 14.06.2020

Die Pandemie trifft uns alle, doch bei Weitem nicht alle gleich. Was vorher ungerecht war, wird in der Krise noch ungerechter: Weltweit sind immer mehr Menschen in ihrer Existenz bedroht und haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Milliarden aus den ersten Konjunkturprogrammen kommen vor allem Unternehmen zugute, so auch in Deutschland. Menschen mit keinem oder geringem Einkommen werden hingegen kaum berücksichtigt. Dabei trifft sie die Krise am härtesten. 

Im Fahrwasser der Krise erhalten rassistische und antisemitische Ideologien Aufwind. Doch die weltweiten Proteste im Zuge der Ermordung von George Floyd geben auch Anlass zur Hoffnung. Sie zeigen, dass wir uns auch in der Krise nicht gegeneinander ausspielen lassen. Denn unsere Solidarität ist unteilbar.

Für den 14. Juni rufen #unteilbar und viele andere Gruppen, Bewegungen und Initiativen zu einem Aktionstag unter dem Motto #sogehtsolidarisch auf. Auch DIE LINKE beteiligt sich an dezentralen Aktionen in vielen deutschen Städten. | weitere Informationen

Mord an Walter Lübcke mahnt uns, Ideologen der radikalen Rechten als Mittäter zu benennen

Ein Jahr, nachdem ein rechter Täter Walter Lübcke ermordet hat, muss man feststellen, dass noch immer rechtsradikale Gruppen teils sehr offen, teils im Untergrund agieren. Für viele migrantische Communities ist die Angst vor rechter Gewalt nicht erst seit Hanau ein ständiger Begleiter. Einzeltäterthesen und schwammige Definitionen schützen die Täternetzwerke. Bedrohungen, ob on- oder offline, müssen als Wegbereiter der eskalierenden Gewalt geahndet werden. Katja Kipping fordert daher: „Ideologen der radikalen Rechten sind als Mittäter zu benennen. Es sind die Höckes, die einen Stephan Ernst zur Tat motivieren.“