Sechs Monate nach dem Anschlag in Hanau

Am vergangenen Mittwoch ist es genau sechs Monate her, dass neun Menschen in Hanau aus rassistischen Motiven ermordet wurden. Der rechte Terror fordert seit Jahren Opfer in Deutschland, und seit Jahren wird dagegen zu wenig getan. „Deshalb“, so Janine Wissler in einer Erklärung, „fordern wir gemeinsam mit Angehörigen und Überlebenden des Anschlags: Erinnerung, Unterstützung für die Familien, Aufklärung, Konsequenzen. Wir wollen, dass die Forderung der Angehörigen und Überlebenden von Hanau gehört werden. Wir wollen, dass Hanau keine Station von vielen ist, sondern die Endstation. Wir sagen ein halbes Jahr danach: Es muss sich endlich nicht nur etwas, sondern vieles in diesem Land ändern.“

Gedenkdemonstration in Hanau: #saytheirnames

DIE LINKE ruft alle Mitglieder auf, am 22. August 2020 an der Demonstration gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Hanau und den Aktionen in anderen Städten teilzunehmen. Zu der Demonstration am kommenden Samstag in Hanau werden Busse aus vielen Städten fahren. Ein Mobilisierungsvideo zur Demonstration auf Youtube kann zur Unterstützung breit verteilt werden. Mehr Informationen und den Unterstützungsaufruf der Initiative gibt es auf der Website www.19feb-hanau.org. DIE LINKE. Hessen ruft zur Teilnahme auf und wird vor Ort sein.

Aufruf zum 75. Jahrestag der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki

Am 6. bzw. 9. August vor 75 Jahren wurden zwei Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki abgeworfen. Bis heute hat dieser Angriff mehr als 250.000 Menschenleben gefordert. Diese Toten mahnen uns, die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen zu erkennen und für deren Abschaffung einzutreten.

Noch immer existieren über 13.000 Atomwaffen bei den Atommächten, allen voran die USA und Russland, auch bei EU-Staaten (Frankreich, Großbritannien besitzen ein Arsenal von 500 Nuklearsprengköpfen).Noch immer werden Milliarden in die „Modernisierung“ dieser Waffen- und Trägersysteme investiert, auch in Büchel (Rheinland-Pfalz). Die Bundesregierung will dafür neue Flugzeuge als Atomwaffenträger anschaffen, um u.a. die sog. „Nukleare Teilhabe“ (Mitsprache bei Zielplanung und Einsatz von Atomwaffen) Deutschlands für die Zukunft zu garantieren.

Wir fordern daher die Bundesregierung auf:

– Keine Anschaffung neuer atomarer Trägersysteme
– Verschrottung statt Modernisierung von Atomwaffen
– Ausstieg aus der „Atomaren Teilhabe“ und Abzug der US-Atomwaffen
– Unterzeichnung und Ratifizierung des UN-Vertrags über das Verbot von Atomwaffen

Bisher haben 81 Staaten diesen Atomwaffenverbotsantrag unterzeichnet, 38 haben ihn ratifiziert.
Auch viele Städte, darunter Würzburg, haben den Aufruf zum Verbotsantrag unterschrieben.

Unterzeichner:
Florakreis Würzburg, pax christi Diözesanverband Würzburg, Ökopax, Die Linke, Deutsche Friedensgesellschaft/Vereinigte Kriegsdienstgegner*innen, Greenpeace, Weltladen, DGB Kreisverband

Links_bewegt

Links bewegt

Egal ob im Alltag oder im Urlaub, im Park oder in der U-Bahn: unser neues Online-Magazin LINKS BEWEGT ist immer mit dabei. Darin stellen wir Menschen vor, die vor Ort für bezahlbare Mieten, gute Löhne und bessere Pflege kämpfen. Wir berichten über aktuelle Themen und Aktionen, und geben Tipps und Argumentationshilfen: Wie bietet man rechten Parolen Paroli? Wie machen wir linke Kommunalpolitik stark? Dazu eine Portion linker Popkultur, mit Buch- und Filmkritiken, Events und einem Online-Quiz.

Wie so viele Veranstaltungen konnte auch der Red Media Day in diesem Jahr pandemiebedingt nicht regulär stattfinden. Weil das Bedürfnis nach Weiterbildung und Vernetzung im Bereich digitaler Kommunikation gerade in Zeiten von Corona besonders stark ist, haben wir uns dazu entschieden, die Konferenz in diesem Jahr virtuell stattfinden zu lassen. Weitere Informationen zu den Workshops gibt es weiter unten.

Wer in den kommenden Wochen gemeinsamen Austausch und Diskussion sucht, findet unten eine Auswahl an Online-Veranstaltungen. Außerdem sind unsere Veranstaltungsreihen „DIE LINKE in Corona-Zeiten„, der Frühlingsakademie 2.0 und der Feministischen Reihe nun auch zum Nachschauen auf unserer Webseite verfügbar. Damit verabschieden wir uns in die Sommerpause. Wir wünschen allen unseren Leserinnen und Lesern eine schöne Ferienzeit. Bleiben Sie gesund!

Konjunkturpaket Juli 2020

Konjunkturpaket Juli 2020

In jeder Krise steckt die Chance, etwas grundlegend zu verändern. Mit ihrem aktuellen Konjunkturprogramm verzichtet die Bundesregierung darauf, sozial- und klimapolitisch neue Wege einzuschlagen. Die Große Koalition will stabilisieren, nicht reformieren – und setzt dabei vollkommen falsche Prioritäten. So pumpt der Staat bis zu 10 Milliarden Euro in neue Rüstungsprojekte, und damit mehr als im Paket für Familien und Bildung vorgesehen ist. Pflegekräfte und kinderlose Leistungsbeziehende gehen hingegen leer aus.

Bernd Riexinger zeigte sich in der Pressekonferenz enttäuscht von den Plänen der Bundesregierung: „Es wurde eine Chance versäumt, einen nötigen sozial-ökologischen Umbau einzuleiten.“ Es sei ein großer Fehler, die Milliardenhilfen für Wirtschaft und Industrie nicht an soziale Bedingungen zu knüpfen. Dabei wäre es wichtig gewesen ein Signal zu senden, für den Umbau der Wirtschaft im Sinne der Arbeitsplatzsicherheit und des Klimaschutzes. | Video auf YouTube

Leserbrief: Politisches Engagement ist lobenswert

Zunächst, Herr Voltz, finde ich es doch befremdlich, wie Sie in Ihrem Leserbrief eine junge, politisch engagierte Frau polemisch attackieren. Zur Klarstellung: Die „Black lives matter“-Veranstaltung in Bad Mergentheim wurde von der linksgrünen Jugend Bad Mergentheim organisiert. In dieser haben sich Jugendliche, die den Grünen bzw. der Partei DIE LINKE nahestehen, zu einer gemeinsamen Jugendorganisation zusammengeschlossen, die eine tolle und unterstützenswerte Veranstaltung in Mergentheim organisiert haben. In einem demokratischen Staat brauchen wir die politische Auseinandersetzung und ich bin sehr froh darüber, dass es neben der sehr mitgliederstarken Jungen Union im Main-Tauber-Kreis auch andere parteipolitische Jugendorganisationen gibt. Kein Verständnis habe ich dafür, wenn der menschengemachte Klimawandel oder die Tatsache, dass es Rassismus auf der Welt in Amerika und auch in Deutschland gibt, bestritten wird. Zutreffend ist Ihre Aussage, dass in der USA mehr Weiße als Schwarze durch Polizeigewalt umkommen, wobei je nach Quelle die Zahlen unterschiedlich sind. Die absoluten Zahlen sind aber auf jeden Fall in keinster Weise aussagekräftig, da in den USA ca. 4,5-mal mehr weiße als schwarze Menschen leben. So liegt prozentual zum Anteil an der Bevölkerung der Anteil der getöteten schwarzen Menschen um einiges höher, als der der weißen Menschen. Vielleicht sollten Sie sich mal mit schwarz- und dunkelhäutigen oder fremdländisch aussehenden Menschen in Deutschland unterhalten, wie oft diese alltäglichen Rassismus erfahren und bei Polizeikontrollen regelmäßig herausgepickt werden. Es ist auch nicht die Bewegung „Black lives matter“, die in den USA für massive Ausschreitungen sorgt, sondern kriminelle Verbrecher, die die Kundgebungen zu Gewalttaten ausnutzen. Es kann nicht angehen, dass wegen dieser Kriminellen man sich nicht für eine richtige und wichtige Sache einsetzt. Rassismus beginnt auch bei der falschen Wortwahl. Ich glaube nicht, dass die Ehefrau des mordenden Polizisten Asiatin ist. Ich gehe davon aus, dass sie amerikanische Staatsbürgerin, egal welcher Herkunft, egal welcher Hautfarbe, ist. Noch ein kleiner Hinweis. Die Kundgebung in Bad Mergentheim war tatsächlich von links unterwandert. Ich konnte hier maskierte Mitglieder des Kreistages aus dem linken Spektrum (meine Wenigkeit, 2 Grüne, 1 SPDler) ausmachen. Ich gehe davon aus, dass sich diese 4 Kreisräte weiterhin im Kreistag dafür einsetzen werden, dass mehr Züge in Boxberg und seinen Ortsteilen halten, damit niemand auf fahrende Züge aufspringen muss. In Bad Mergentheim halten meines Wissens alle Züge, so dass Frau Huck dies schon heute nicht nötig hat.

Rolf Grüning
Kreisvorsitzender DIE LINKE

unteilbar 14.06.2020

#unteilbar 14.06.2020

Die Pandemie trifft uns alle, doch bei Weitem nicht alle gleich. Was vorher ungerecht war, wird in der Krise noch ungerechter: Weltweit sind immer mehr Menschen in ihrer Existenz bedroht und haben keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung. Die Milliarden aus den ersten Konjunkturprogrammen kommen vor allem Unternehmen zugute, so auch in Deutschland. Menschen mit keinem oder geringem Einkommen werden hingegen kaum berücksichtigt. Dabei trifft sie die Krise am härtesten. 

Im Fahrwasser der Krise erhalten rassistische und antisemitische Ideologien Aufwind. Doch die weltweiten Proteste im Zuge der Ermordung von George Floyd geben auch Anlass zur Hoffnung. Sie zeigen, dass wir uns auch in der Krise nicht gegeneinander ausspielen lassen. Denn unsere Solidarität ist unteilbar.

Für den 14. Juni rufen #unteilbar und viele andere Gruppen, Bewegungen und Initiativen zu einem Aktionstag unter dem Motto #sogehtsolidarisch auf. Auch DIE LINKE beteiligt sich an dezentralen Aktionen in vielen deutschen Städten. | weitere Informationen

Mord an Walter Lübcke mahnt uns, Ideologen der radikalen Rechten als Mittäter zu benennen

Ein Jahr, nachdem ein rechter Täter Walter Lübcke ermordet hat, muss man feststellen, dass noch immer rechtsradikale Gruppen teils sehr offen, teils im Untergrund agieren. Für viele migrantische Communities ist die Angst vor rechter Gewalt nicht erst seit Hanau ein ständiger Begleiter. Einzeltäterthesen und schwammige Definitionen schützen die Täternetzwerke. Bedrohungen, ob on- oder offline, müssen als Wegbereiter der eskalierenden Gewalt geahndet werden. Katja Kipping fordert daher: „Ideologen der radikalen Rechten sind als Mittäter zu benennen. Es sind die Höckes, die einen Stephan Ernst zur Tat motivieren.“

Gerade in der Corona-Krise: Arbeitnehmerrechte stärken

Die Coronakrise zeigt, dass Werkvertragsunternehmen systematisch zum Lohndumping eingesetzt werden. Bernd Riexinger begrüßt daher das angekündigte Verbot von Werkverträgen in der Fleischindustrie. Es ist längst überfällig. Jetzt müssen weitere Schritte folgen. Das Geschäftsmodell der Werkverträge gehört branchenübergreifend für das Kerngeschäft abgeschafft.

Dass CDU-Wirtschaftspolitiker die Corona-Krise nutzen wollen, um Mindestlöhne zu senken und Arbeitnehmerrechte zu verschlechtern, ist schäbig. Der aktuelle Mindestlohn ist mit 9,35 Euro noch immer ein Armutslohn. Erst bei einem Mindestlohn von 13 Euro pro Stunde bekommt man nach einem langen Berufsleben im Alter eine Rente oberhalb der Grundsicherung. Der DGB hat kürzlich in einer Studie festgestellt, dass selbst der geringe Mindestlohn vielen Beschäftigten vorenthalten wird. Insgesamt wurden Beschäftigte in dem untersuchten Jahr auf kriminellem Wege um 25 Milliarden Euro gebracht.

Lufthansa verstaalichen

Lufthansa verstaalichen

Der Staat hilft dem angeschlagenen Lufthansa-Konzern mit einem Rettungspaket über 9 Milliarden Euro. Doch anders als in Frankreich, wo die Air France im Gegenzug zu Staatshilfen ihren CO2-Ausstoß bis 2024 um die Hälfte reduzieren muss, verzichtet die Bundesregierung auf klare Bedingungen für Klimaschutz, Arbeitsplatzgarantien und Steuertransparenz. Sie verspielt damit die Chance auf eine nachhaltige Neuausrichtung der größten deutschen Fluggesellschaft.

Der Staat verzichtet auf jeden Gestaltungsmöglichkeit und überlässt das Feld den Aktionärinnen und Aktionären – dabei könnte er die Lufthansa mit den Hilfsmilliarden auch ebenso gut übernehmen, um endlich mit dem Flug- und Bahnverkehr eine Verkehrswende aus einem Guss zu machen. Bernd Riexinger bringt daher die Verstaatlichung des Flugkonzerns ins Spiel: „Eine Branche, die dramatische Folgen für das Klima haben kann, darf nicht unreguliert bleiben. Fluggesellschaften gehören in staatliche Hand.“ Weitere Themen der Pressekonferenz am Montag waren u.a. die finanzielle Lage der Kommunen und die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Gesundheitssystem. | Video auf Youtube

Kurzarbeitergeld: Armutspolitisch eine Enttäuschung

Die schwarz-rote Koalition hat beschlossen, dass Kurzarbeitergeld leicht zu erhöhen. Die Regelung greift allerdings erst ab dem vierten beziehungsweise dem siebten Monat der Kurzarbeit. Für Menschen die von Hartz IV leben müssen, gibt es keinerlei Unterstützung, obwohl im Zuge der Coronakrise die Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Katja Kipping fordert in ihrer Bundestagsrede die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90% und einen besseren Schutz für Menschen in Sammelunterkünften. Sie macht klar: „Die Kosten der Krise dürfen weder auf denen abgeladen werden, die mit ihrer Arbeit gerade den Laden am Laufen halten, noch auf den Ärmsten.“

Die komplette Rede kann man hier anhören und nachlesen:
https://www.katja-kipping.de/de/article/1715.armutspolitisch-eine-entt%C3%A4uschung.html