Solidarität statt Festung Europa

Solidarität statt Festung Europa

Seit bald zwei Wochen erleben wir das nächste grausame Kapitel der EU-Grenz-Politik. Der schmutzige Pakt mit Erdogan rächt sich und nun sitzen zehntausende Menschen in Schlamm und Kälte im Grenzgebiet zwischen der Türkei und Griechenland. Die Europaabgeordnete Özlem Alev Demirel reiste bereits letzte Woche, unmittelbar nach Bekanntwerden der Ereignisse, gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Michel Brandt ins Grenzgebiet.

Was sie dort sehen mussten, schockierte die Abgeordneten: „Die Szenen, die sich vor unseren Augen abspielen, sind einfach unmenschlich. Geflüchtete werden hier zum Spielball machtpolitischer Interessen. Überall sieht man erschöpfte Menschen, die von der einen Seite zu der anderen Seite getrieben werden.“ Auch die Europaabgeordnete Cornelia Ernst verurteilte das Handeln der EU-Spitzen: „Jeder Deal mit einem Mann wie Erdoğan wird früher oder später scheitern, die Frage ist nur, wie viele Menschen dann den Preis dafür zahlen werden. Die Absicht der EU-Verantwortlichen, einen neuen Pakt mit der Türkei zu schließen, ist deshalb hochgradig unverantwortlich.“ 

Leserbrief zu „Rassistische Morde erschüttern die Republik“

Wehret den Anfängen: Angestachelt durch Hass- und Hetzparolen einer Partei, die keine Alterna tive für alle vernünftigen Menschen sein kann und darf, ziehen Rassisten wie im Fall NSU, dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten, den Morden in Halle und jetzt in Hanau marodierend durch die Lande, und keiner im direkten Umfeld will etwas von den Absichten gewusst haben. Wie naiv muss man heute noch sein, um Vertreter dieser Partei in die Parlamente zu wählen.

Das Schlimme daran ist, dass es nicht nur primitive Dumpfbacken sind, die auf die Parolen hereinfallen, sonder durchaus auch intelligenten Vertretern der Mittelschicht.

Bevor wir mit den Fingern auf die große Zahl der Wähler in den neuen Bundesländern zeigen, dürfen wir nicht vergessen, dass die Protagonisten wie Hoecke, Meuthen und Gauland die Profiteure einer funktionierenden westlichen Demokratie waren und sind, die sie heute zerstören wollen. Diese Volksverführer treibt der Drang nach persönlicher Macht voran, auch auf das Risiko hin, dass ihr Bestreben wie 1945 in der Katastrophe enden könnte.

Besorgniserregend ist, dass sich der Rechtsextremismus schon heute wie ein Krebsgeschwür in Polizeri, in der Bundeswehr und der Justiz ausgebreitet hat.

Man kann also allen Sympathisanten und Wählern nur zurufen: Wacht endlich auf, solange es noch nicht zu spät ist und wählt die Volksverhetzer nicht in die Parlamente, auch nicht vor Ort; denn sonst drohen Verhältnisse wie in den dreißiger Jahren.

Macht Euch nicht mitschuldig an den bisherigen und zukünftigen Opfern. Hanau ist nicht die Endstation.

Dr. Hans-Hermann Fahrenkrog, Wertheim

Wertheim: Für ein friedliches Miteinander

Wann: 26. Februar 2020 um 17:00
Wo: Marktplatz Wertheim

Für ein friedliches Miteinander-
in Gedenken an die Opfer aus Hanau

Die Ereignisse in Hanaus erschüttern uns. Sie machen uns betroffen.
Wir trauern mit den Angehörigen und Freunden der Opfer.
Das wollen wir in dieser Solidaritätskundgebung ausdrücken.
Und wir wollen ein positives Signal setzten in unserer Wertheimer Bürgerschaft.
Wir stehen für ein friedliches Miteinander.
Menschen mit Migrationshintergrund sollen hier keine Ängste haben.

Aufruf von einem Bündnis aus:
Parteien, Kirchen, Vereinen, Schulen und Friday for Future

Gedenkveranstaltung wertheim 26.02.2020

Fotoaktion der Linksgrünen Jugend

Die Linksgrüne Jugend Main-Tauber-Kreis hat am Freitag, den 22.02.2020 zu einer spontanen Fotoaktion auf dem Marktplatz in Bad Mergentheim aufgerufen.

Anlass war die rassistisch motivierte Terrortat in Hanau, bei der elf Menschenleben ausgelöscht wurden.

In Anbetracht der Ereignisse der letzten Monate und dem Aufwind rechter Organisationen und Parteien halten wir es für notwendig rechter Gewalt und Hetze standhaft entgegenzuhalten.

Als Akteur*innen der Grünen, Linken und Linksgrünen Jugend sind wir gemeinsam entschlossen gegen rechts und gedenken den Opfern und Angehörigen in Hanau.

FDP: Lieber mit Faschisten regieren, als nicht regieren

FDP: Lieber mit Faschisten regieren, als nicht regieren

In Thüringen hat es einen Dammbruch gegeben: Die FDP kollaboriert mit der AfD, und die CDU macht das böse Spiel mit. In Deutschland gibt es nun den ersten Ministerpräsidenten von AfD-Gnaden. Entsprechend deutlich sind die Reaktionen: Bernd Riexinger verurteilt FDP und CDU als „Steigbügelhalter der rechtsextremen AfD“. Katja Kipping konstatiert: „Eine Stimme für die CDU oder FDP ist im Zweifelsfall eine Stimme für Mauscheleien mit der AfD.“ Kritik gibt es auch aus der Bundestagsfraktion. Dietmar Bartsch und Amira Mohamed Ali sprechen von einem „beispiellosen Rechtsputsch“. Und Gregor Gysi sieht einen „Kulturbruch“, der für die SPD Anlass sein müsste, die Große Koaltion mit der CDU im Bund zu beenden. Weitere Reaktionen aus der LINKEN in der Übersicht.

8. Mai zum Feiertag erklären

In einem Offenen Brief an Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) fordert die Vorsitzende des Auschwitz-Komitees Esther Bejarano dazu auf, den 8. Mai zum Feiertag zu erklären. Ein solcher Feiertag könne helfen „zu begreifen, dass der 8. Mai 1945 der Tag der Befreiung war, der Niederschla­gung des NS-Regimes.“ Das sei „seit sieben Jahrzehnten“ überfällig. Noch immer könnten Abgeordnete der AfD vom Nationalsozialismus als „Vogelschiss“ in der deutschen Geschichte oder vom Berliner Holocaust-Mahnmal als „Denkmal der Schande“ sprechen. Dem müsse man entschlossen entgegentreten. 

Auch DIE LINKE fordert, den 8. Mai bundesweit zum gesetzlichen Feiertag zu erheben. Parteivorsitzende Katja Kipping kommentiert die aktuelle Debatte: „Ob der Tag zum ausgelassenen Feiern, zum stillen Gedenken oder zum Besuch einer Gedenkstätte genutzt wird, hängt dann von jedes einzelnen Familiengeschichte und der jeweiligen persönlichen Verbindungen zu diesem Tag ab. Um eine Verbindung mit diesem Datum in kommenden Generationen zu erhalten, sollte der Tag der Befreiung jedoch als ein besonderer Tag im Bewusstsein verankert werden.“  

CDU: Scheinargumente gegen die Grundrente

„Die CDU versucht mal wieder, die Einführung der Grundrente mit Scheinargumenten zu verzögern. Dass sie jetzt die fehlende Finanztransaktionssteuer als Hindernis anführt, ist blanker Hohn. Seit Jahren ist die Bundesregierung nicht in der Lage diese Steuer einzuführen“, kommentiert Bernd Riexinger die Kritik der Union an dem fehlenden Finanzierungsvorschlag für die Grundrente. Bernd Riexinger weiter: „Bei einem Bundeshaushalt von knapp 360 Milliarden Euro zu behaupten, dass die 1,4 Milliarden Euro für eine Grundrente nicht zu finden seien, ist unaufrichtig. Dass die Union der Presse die Geschichte vom fehlenden Geld ausgerechnet in der Woche erzählt, in der die Regierung über die Verwendung des Haushaltüberschusses von 13,5 Milliarden Euro sinniert, ist an Zynismus schwer zu übertreffen.“

Schluss mit der Kürzung des Existenzminimums bei Hartz IV!

Ein gutes Leben in Würde braucht soziale Garantien im Fall der Erwerbslosigkeit. Die Menschenwürde muss nicht erst erarbeitet werden! Sie kann auch nicht an den Türen des Jobcenters enden. Das hat das Verfassungsgericht in Karlsruhe im vergangenen Jahr festgestellt. Doch das Ringen um politische Mehrheiten für die Abschaffung von Hartz IV geht weiter. Deshalb laden wir dazu ein, unseren Aufruf „Hartz IV sanktionsfrei“ zu unterstützen.

https://www.die-linke.de/sanktionsfrei/

Demo gegen Wildtiere im Zirkus

Die Rede unseres Vorsitzenden Rolf Grüning bei der ersten Demo gegen Wildtiere im (Weihnachts)Zirkus in Bad Mergentheim.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

wir haben uns heute hier versammelt, um darauf aufmerksam zu machen, dass Wildtiere im Zirkus leiden. Leider wird dies von anderen, insbesondere von vielen unseren Abgeordneten im Deutschen Bundestag anders gesehen. Im Januar 2019 hatten die Grünen im Bundestag ein Haltungs- und Zurschaustellungsverbot für wildlebende Tiere in Zirkusbetrieben für eine Anzahl von Wildtieren beantragt. Dieser Antrag wurde im Bundestagsausschuss Ernährung und Landwirtschaft am 14.10.2019 behandelt und Sachverständige hierzu angehört.

Am 25. Oktober 2019 hat der Bundestag den Antrag mit den Stimmen von CDU/CSU, SPD und FDP abgelehnt. Grüne und auch die LINKE haben für ein Wildtierverbot in Zirkussen gestimmt. Die AfD hatte zu diesem Thema keine Meinung und hat sich der Stimme enthalten. Vermutlich hat die AfD nichts dagegen, dass deutsche Tiere in der Massentierhaltung und in Zirkussen gequält werden. Wahrscheinlich diskutieren sie aber über ein Einreiseverbot für ausländische Tiere.

Um ein Verbot von Wildtieren in Zirkussen umsetzen zu können, ist jedoch ein Bundesgesetz erforderlich. Erst diese Woche hat das Verwaltungsgericht Sigmaringen das von der Stadt Ulm erlassene Wildtierverbot in Zirkussen gekippt, und es dem Zirkus Krone erlaubt, in Ulm mit seinen Wildtiernummern aufzutreten. Deshalb rufe ich CDU/CSU, SPD und FDP dazu auf, endlich zur Besinnung zu kommen und ein entsprechendes Gesetz zu verabschieden.

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

Wildtiere gehören nicht in einen Zirkus. Der Betreiber des Weihnachtszirkusses hier in Bad Mergentheim hat in einer Pressemitteilung erklärt, dass es sich bei den im Zirkus gehaltenen Wildtieren um Tiere handelt, die schon seit Generationen in Gefangenschaft geboren werden und nicht aus der Wildnis gefangen wurden.

Stellt euch bitte vor, man hätte damals zum Thema Sklavenhalterei damit argumentiert, viele Sklaven seien ja schon in Sklaverei geboren worden, weshalb sie dies gewohnt seien und ihnen deshalb ihre Freiheit gar nicht fehlen könne.

Wem es egal ist, dass Tiere gequält werden, ist es, glaube ich, auch gleichgültig, wenn Menschen leiden. Jedenfalls kann man diesen Eindruck von den Politikern gewinnen, die ein Wildtierverbot in Zirkussen abgelehnt haben.

Menschlichkeit und Tierliebe gehören m. E. zusammen.

Und es ist eine Qual für Wildtiere im Zirkus, in Käfigen von Ort zu Ort transportiert zu werden, nie wirklichen Auslauf zu haben und irgendwelche wesensfremde Kunststückchen vorführen zu müssen.

Zuhause haben wir seit über 10 Jahren einen Kater. Für diesen wäre es eine große Qual, wenn er nicht hinaus ins Freie könnte. Nicht nur Menschen, auch Tiere brauchen ihre Freiheit.

Wieso kriegen wir in Deutschland nicht hin, was viele andere europäischen Staaten längst erreicht haben. So gibt es beispielsweise in Österreich, Norwegen, Rumänien, Schottland, Belgien, Bulgarien, Serbien und der Slowakei ein generelles Verbot von Wildtieren in Zirkussen. Um nur ein paar Länder zu nennen. Da gibt es noch viele mehr. In Griechenland, Malta und Zypern gibt es beispielsweise sogar ein Verbot aller Tierarten in Zirkussen, also auch Haustiere sind hier mit umfasst. Aber auch Weltweit haben schon viele Länder ein generelles Wildtierverbot in Zirkussen eingeführt. Hier seien z.B. genannt, Indien, Iran, Israel aber auch viele Staaten Mittel- und Südamerikas, wie Mexico, Panama, Peru, Costa Rica, um, auch hier, nur einige zu nennen.

In Zirkussen werden Tiere lediglich ausgebeutet. Sie sind dazu da, den Gewinn des Zirkusbetreibers zu steigern. Hier findet eine Profitmaximierung auf Kosten wehrloser Tiere statt. Das muss ein Ende haben.

Wäre ein Zirkus nur mit Artisten und Clowns nicht viel spannender, lustiger und erlebnisreicher als auch noch gequälte Tiere ansehen zu müssen?

Liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde,

macht bitte weiter, setzt euch für ein Wildtierverbot in Zirkussen ein, thematisiert das Leiden dieser Tiere überall, wo es nur geht. Und vielleicht bringt die heutige Veranstaltung auch einige Zirkusbesucher dazu, nachzudenken, ob sie weiterhin Tierquälerei mit ihrem Eintrittsgeld unterstützen wollen. Dem Zirkusbetreiber rufe ich zu, lasst nächstes Jahr die Wildtiere weg und dann werde ich auch wieder etwas tun, was ich schon lange nicht mehr getan habe. Ich werde diesen Zirkus besuchen.